nachhaltig reisen

Nachhaltigkeitsexperte

Auf dem Weg zum Nachhaltigkeitsexperten

Schon als Jugendlicher wollte ich einen Beruf ergreifen, der mit Umweltschutz zu tun hat. Damals fiel meine Wahl auf Kaminkehrer. Bereits 1992 legte ich als Innungsbester meine Meisterprüfung ab.

Obwohl ich den Beruf bald darauf aufgab, interessierte mich der Umweltschutz nach wie vor. Immer wieder machte ich kleinere Schulungen mit, wie Nachhaltigkeit im Tourismus funktionierten kann.

Um mein Wissen in dieser Thematik noch mehr zu vertiefen, absolviere gerade ein halbjähriges berufsbegleitendes Studium beim IST-Studieninstitut über Nachhaltigen Tourismus. Ich erhoffe mir davon, dass wir als Reisebüro ein klein wenig zum Klimawandel beitragen können und unsere Kunden bestmöglich über umweltfreundliches Reisen informieren können.

Ihr Christian Lotter

Christian Lotter

Jeder einzelne kann durch die bewusste Gestaltung seiner Reise dazu beitragen, dass der touristische Fußabdruck so klein wie möglich bleibt.

26 Tipps für umweltfreundliches Reisen

Der Weg zum Ziel

1. Wie weit wollen Sie reisen?

Müssen Sie zum Erholen 1.000 oder 10.000 Kilometer weit fahren oder fliegen? Müssen es die Bahamas sein oder können Sie auch an der Adria oder Rügen sonnen und entspannen? Je näher Ihr Urlaubsziel, desto geringer Ihr Energieverbrauch und Ihre Emissionen.

2. Prüfen Sie: Lohnt der Aufwand?

Passen Sie die Dauer Ihrer Reise der Entfernung an. Eine Woche mit dem Auto durch Neuseeland bringt mehr Stress als Erholung und steht in keinem Verhältnis zur klimaschädigenden Wirkung Ihrer Flugreisen.

Verschmutzte Strände

3. Fragen Sie nach bei exotischen Reisezielen: Können die Einheimischen von Ihnen profitieren?

Informieren Sie sich über die Situation vor Ort. So wichtig und sinnvoll für manche Regionen der Tourismus sein kann, so schädlich kann er sich auf noch unberührte Landstriche und Dörfer oder beispielweise in Dürre- oder Krisengebieten auswirken.

4. Meiden Sie Reiseziele mit mangelhaften Umwelt- und Naturschutzstandards

– zum Beispiel mit unkontrolliertem Bauboom, schmutzigen Stränden oder verunreinigtem Meer durch ungeklärte Abwassereinleitungen.

umweltfreundliche Sonnencreme

5. Kaufen Sie haut- und umweltfreundlichen Sonnen- und Insektenschutz

Vermeiden Sie eine Überdosis Chemie auf Ihrem Körper – und damit im Pool bzw. im Meer. Es gibt mittlerweile eine Reihe haut- und umweltfreundlicher Sonnenlotions und Insektenschutzmittel.

6. Überprüfen Sie Ihren Impfschutz

– nicht nur, wenn Sie in exotische Länder reisen. In zahlreichen europäischen Ländern – auch in Süddeutschland – ist eine Schutzimpfung gegen von Zecken übertragene Hirnhautentzündung (FSME) empfohlen.

7. Bevorzugen Sie Reiseunternehmen, die sich umweltfreundlich präsentieren

– indem diese zum Beispiel über die Umwelt in den Urlaubsregionen informieren, eigene Umweltkriterien für Hotels oder Verkehrsmittel nennen und regelmäßig Sonderabgaben für regionale Umweltschutzeinrichtungen zahlen oder umweltfreundliche Verkehrsmittel bevorzugen.

klimaneutral reisen

8. Wählen Sie das ökologisch günstigste Verkehrsmittel

Gerade im Sommer trägt die Autolawine neben dem hohen Energieverbrauch zur klima- und gesundheitsschädlichen Ozonbelastung der Luft bei – von Stress und Unfallgefahr ganz zu schweigen. So kann auch die Anreise bereits Urlaub sein: im Zug, im Reisebus oder auf dem Schiff. Und mitunter ist die Bahn gar nicht teurer oder langsamer als der eigene PKW. Und wenn Sie fliegen, tun Sie es CO2-neutral. Gleichen Sie die Menge an klimaschädlichen Treibhausgasen, die durch Ihren Flug produziert wird, wieder aus.

9. Wählen Sie lieber einen Direktflug statt einer Umsteigeverbindung

Dies bedeutet weniger Umwege, kürzere Flugstrecken, weniger Verpackungskonsum in den Wartezeiten und somit auch weniger CO2 Ausstoß. Und Zeit sparen Sie auch noch.

Im Urlaubsland

Amazonas-Führung

10. Respektieren Sie die kulturellen Sitten und Gepflogenheiten der einheimischen Bevölkerung.

Passen Sie sich beispielsweise bei der Ernährung weitgehend den Landessitten an. Oder müssen wegen Ihnen extra deutsche Weißwürste und Weißbier eingeflogen werden? Lassen Sie sich inspirieren und seien Sie bereit für Neues.

11. Buchen Sie Unterkunft und Verpflegung möglichst mit landestypischem Komfort.

So erleben Sie nicht nur mehr, sondern tragen auch dazu bei, dass die Einheimischen von Ihrem Besuch profitieren.

12. Bevorzugen Sie ortsansässige und naturkundige Führer,

wenn Sie an Touren und Veranstaltungen teilnehmen. Auf diese Weise fördern Sie bei Einheimischen den Wert ihrer intakten Natur.

regionale Lebensmittel verzehren

13. Informieren Sie sich über öffentliche Verkehrsmittel vor Ort:

Nicht überall ist man auf das eigene Auto oder einen Leihwagen angewiesen. Linienbusse oder Fähren gibt es in vielen Regionen, mitunter ist der Transport von Fahrrädern inklusive. Weiterer Vorteil: So lernen Sie besser Land und Leute kennen.

14. Bevorzugen Sie Frischware aus der regionalen Landwirtschaft

statt importierter, abgepackter Lebensmittel.

15. Verzichten Sie auf den Verzehr exotischer Speisen von gefährdeten Arten

– wie etwa Haie, Schildkröten, Wale oder Schlangen.

Naturschutzgebiete berücksichtigen

16. Nutzen Sie Angebote, bei denen Sie Natur wirklich erleben können

... ohne sie dabei zu zerstören – zum Beispiel geführte Wanderungen oder Tierbeobachtungen in Nationalparks, Radtouren, Flussfahrten mit regionaltypischen Booten oder ähnliches. Vermeiden Sie zum Beispiel Mountainbiking und Wandern querfeldein. Oder Bootsfahrten in ausgewiesenen Wasserschutzgebieten.

17. Verzichten sie auf Sportarten, die den örtlichen Verhältnissen nicht angemessen sind

... und viel Energie oder Wasser verbrauchen – zum Beispiel Offroadtouren, Gleitschirmfliegen in Vogelbrutgebieten oder Freeclimbing in Schutzgebieten. Meiden Sie auch Golfplätze in Trockengebieten oder Tennisanlagen mit Flutlichtbetrieb.

Strände mit Schildkröten meiden

18. Meiden Sie Strandabschnitte, an denen Meeresschildkröten an Land gehen

... und Eier legen: Dies ist etwa auf der Touristenhochburg Zakinthos (Griechenland) der Fall. Was zu Hause sinnvoll ist, ist es auch im Urlaub – behalten Sie Ihre umweltbewusste Lebensweise doch einfach bei:

19. Beschränken Sie den Hotelservice umweltbewusst.

Fast selbstverständlich ist es mittlerweile auch in anderen Ländern, zum Beispiel Handtücher mehrere Tage zu benutzen.

Sorgsamer Umgang mit Wasser

20. Reduzieren Sie Ihren Wasserverbrauch

– vor allem im Sommer und in heißen Regionen.

21. Entscheiden Sie sich für Unterkünfte mit einer Bauweise, die der sommerlichen Hitze natürlich trotzt.

So tragen Sie nicht zum immensen Stromverbrauch durch Klimaanlagen bei.

22. Vermeiden Sie auch im Urlaub Müll

... und verzichten Sie zum Beispiel, wo möglich auf Einwegverpackungen. Und: Verlassen Sie sich nicht auf die Müllabfuhr am Strand. Beeindrucken Sie Ihre Nachbarn und entsorgen Sie bitte Ihren Unrat selbst. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Vor der Heimreise

Muscheln gehören nicht ins Gepäck

23. Bedrohte Arten gehören nicht ins Gepäck

Viele Muscheln und Schnecken zum Beispiel sind geschützt. Wertvolle schwarze Korallen etwa werden für die Herstellung von Schmuck ausgebeutet. Durch den Kauf dieser Souvenirs zerstören Sie nicht nur die Tiere selbst, sondern wie im Falle der Korallen auch lange gewachsene Meereslebensräume. Zum Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten existieren nationale Gesetze sowie internationale Abkommen. Informieren Sie sich vor einem Kauf.

24. Verzichten Sie auch auf Produkte, die aus gefährdeten Tierarten hergestellt werden

Ohne spezielle Genehmigung dürfen Sie keine Handtaschen, Geldbörsen, Gürtel oder ähnliches aus Krokodil-, Kaiman-, Schlangen- oder Eidechsenhaut in die EU einführen – es sei denn, die Produkte stammen aus einer kontrollierten Nutzung und sind entsprechend zertifiziert. Nehmen Sie auch Abstand von Produkten aus Elfenbein, Wal-, Walross- oder Flusspferdzähnen.

keine lebenden Tiere oder Pflanzen einführen

25. Vermeiden Sie den Kauf von Schnitzereien aus geschützten seltenen Tropenhölzern

Hier raten wir Ihnen – auch zur eigenen Sicherheit -, nur Schnitzereien aus Obstbäumen, Kokospalme oder Niemholz zu kaufen, die auch als solche ausgewiesen sind. Denn ohne spezielle Genehmigung droht auch hier eine Strafe bei der Einfuhr.

26. Eigentlich auch selbstverständlich: Verzichten Sie ganz auf lebende Souvenirs

– seien es Affen, Vögel, Reptilien oder auch exotische Pflanzen. Bei deren Einfuhr müssen nicht nur aufwendige und teure Quarantäneregelungen eingehalten werden. Viele Arten fallen auch unter Schutzbestimmungen, die sie die Aus- und Einfuhr entweder völlig untersagen oder zumindest aufwendige behördliche Genehmigungen erfordern.

(Quelle: 02/2018 – IST-Studieninstitut)

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